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Last updateWed, 10 Feb 2016 12am

Auslandswaehrung und Finanzier

Finanziers sind einem Währungswagnis ausgesetzt, sofern sie auf fremdstaatliche Währung lautende Anteilscheine halten und der zugrunde liegende Devisenkurs sinkt. Vermittels der Wertsteigerung des Euro (Abwertung der Auslandswährung) verlieren die in Euro taxierten fremdstaatlichen Besitzspositionen an Wert.

Zum Kursfährnis landfremder Handelspapiere kommt hierdurch das Währungsrisiko hinzu - auch sobald die Papiere an einer deutschen Börse in Euro gehandelt werden.

Gleichermaßen sind die Finanzier dem Währungsfährnis bei sonstigen Fremdwährungsengagements wie etwa Tages- oder Termingeldern in ausländischer Währung ausgesetzt.

Einfluss auf den Wechselkurs eines Landes haben langfristig-strukturelle Kriterien wie Inflationstrends der jeweiligen Volkswirtschaften, Leistungsfähigkeitsunterschiede, langfristige Entwicklungen der Nettowährungsreserven und -Außenstände und permanente Trends in der Beziehung zwischen Export- und Importpreisen.

Ebendiese Rahmenbedingungen bestimmen die längerfristige Weiterentwicklung der Währungsrelationen.

Wiederkehrende Einflussnahmefaktoren können mittelfristig Schwankungen des Wechselkurses von der langfristigen Gleichgewichtsrelation bewirken. Im Zuge dessen können sich erhebliche Unstetigkeiten in beide Richtungen folgen, welche zum Teil über eine längere Periode vorherrschen.

Diese mittelfristigen Trends werden bspw. von der Entwicklung realer Zinsabweichungen, Handels- und Leistungsbilanzzahlen oder geld- und fiskalpolitischen Urteilsfindungen geprägt.

Gleichfalls kurzfristige Faktoren wie gegenwärtige Marktmeinungen, militärisch ausgetragene Konflikte oder andere politische Konflikte können sowohl Kursniveau als des Weiteren Liquidität im Handel bestimmter Währungen steuern.

Ist die weltpolitische Gesamtlage überreizt, gewinnen hiervon vorwiegend Währungen, welche als besonders zuverlässig gelten (Safe-Haven-Begründung).

Als Geldgeber sollten Sie dem Währungsaspekt besondere Achtsamkeit schenken: Denn die Währungsentwicklung kann einen ausführbaren Renditevorsprung geschwind aufzehren und die erzielte Verdienstspanne so stark beeinträchtigen, dass im Nachhinein betrachtet, die Disposition in der Heimatwährung günstiger gewesen wäre.