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Last updateWed, 10 Feb 2016 12am

Menschliche Fortentwicklung - Signifikanz im ersten Alterjahr

Das erste Altersjahr ist von besonderer Signifikanz für die Fortentwicklung des Menschen. Realisierung beginnt aber nicht erst nach der Geburt, sondern schon vorher. Über die vorgeburtliche (pränatale) Weiterentwicklung wissen wir, daß diese mit einer sehr großen Geschwindigkeit abläuft:

Bereits der Embryo verfügt über alle inneren Organe, und am 43. Tag ist die Anordnung des Gehirns schon total ausgebildet.

Zum Anfang der Fötalzeit prägen sich bereits auch individuell-genetische Spezialitäten heraus.

Signifikant für den Menschen ist, daß er — im Kontrast zu allen erhöhten Säugern — unvollkommen und unvollendet zur Welt kommt. Die ihm eigenen Arteigenschaften erwirbt er erst im Laufe des ersten Lebensjahres, das man demnach als extra-uterines Frühjahr tituliert.

In dieser Zeit ist das Kind in höchstem Ausmaß dependent von seiner Umwelt, ohne Pflege wäre es keineswegs lebensfähig. Die Fortentwicklungsdynamik des ersten Lebensjahres ist ähnlich wild wie in der pränatalen Periode und hat mit zu dem Titel des extra-uterinen Frühjahres beigetragen.

Die Entbindung ist wohl ein von außerhalb gesehen drastisches Geschehnis, in Wirklichkeit aber lebt der das Neugeborene - wenn auch außerhalb des Mutterleibes — im Verlauf einiger Zeit in entsprechender Weise weiter wie im Vorfeld der Geburt. Das gilt insbesondere für die ersten 8 Lebenswochen, die nachgeburtliche (postembryonale) Spanne.

Sie ist charakterisiert durch lange Schlaf- und kurze Wachzeiten (eine Art Fortsetzung des embryonalen Lebens), unkontrollierte Unruhebewegungen (Strampeln), Schreien und Kostaufnahme. Erst im zweiten Lebenshalbjahr nehmen die Wachzeiten und hierbei ebenfalls die ungeplanten Betriebsamkeiten zu.

Die reaktive Dauer (vom 3. bis Abschluss des 6. Monats) ist gekennzeichnet durch detaillierte Erwiderungen auf Umweltanreize: nachblicken, hinhören, besehen, experimentieren, greifen, lächeln und lallen.