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Last updateWed, 10 Feb 2016 12am

Interessenverhalten und Verhaltensformen - Entwicklung

Die Bestimmungsfaktoren der Entwicklung sind Vererbung, Milieu und Selbststeuerung.

Genuin sind strukturell-hereditäre wie auch einzeln-genetische Merkmale, ferner gewisse Instinkte und Erbaggregationen. Aufgrund der Reifung entwickeln sich die Erbanlagen im biologischen Bereich und prägen die Basis und Voraussetzung für die Entwicklung neuer Auftretensformen, beispielsweise Gehen, Reden, Denken.

Ohne passendes Wachstum des Körpers und Entwicklungsverlauf von Gehirn und Nervenzellen ist die Anschaffung dieser Verhaltensformen unmöglich.

Die Interaktionen zwischen Individuum und Milieu manifestieren sich vor allem in Lernprozessen. Lernen wird an diesem Punkt ganz generell definiert als Verhaltensabänderung oder Hervortreten neuer Verhaltensformen als Entgegnung auf bestimmte Umwelteindrücke.

Je nachdem, ob die vermittelten Umweltreize planmäßig oder zufällig einen Lernvorgang bewirken, werden verschiedene Arten des Lernens unterschieden.

Damit man überhaupt etwas lernen mag, müssen bestimmte biologische Bedingungen erfüllt sein: Die Feinbeschaffenheit der Gehirnrinde, d. h. ein festes Netz von Nervenfaserverbindungen, muß vermöge eines perfekten Lern- und Reizangebotes realisiert werden.

Lernen und Verwirklichung der Gehirnstrukturen haben eine prägnante gegenseitige Wechselbeziehung. Das Interesseverhalten und die spontane Funktionsübung sind übrige biologische Prämissen des Erlernens.

Die beiden entscheidenden Eigenschaften allen Lernens sind das Generalisieren (Verallgemeinern einer Lernerfahrung) und das Distinguieren (Unterscheiden entsprechender Reizkonstellationen).

Wesentliche Formen des Lernens sind die bedingte Reflexreaktion bzw. die bedingte Reaktion beim Menschen und die instrumentale Programmierung; sie kommen außerdem bei Tieren vor.

Bei der bedingten Reizreaktion (klassische Programmierung) geht es darum, auf Vorsignale zu reagieren. Meist handelt es sich um Lernvorgänge im biologischen Bereich; aber außerdem im psychischen Bereich sind bedingte Reaktionen möglich (Abwehrverhalten).