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Last updateWed, 10 Feb 2016 12am

Entfaltungsschub-Geschlechtliche Distinktion und Vorpubertät

Beginn und Spanne der Vorpubertät sind vermittels der somatischen Evolution deutlich. Als Vorpubertät bezeichnet man die Spanne innert dem ersten Erscheinen der sekundären Geschlechtskennzeichen (Behaarung, Stimmwechsel und so weiter) und dem ersten Funktionieren der Genitalien (erste Menses beim Mädchen, erster Samenerguss beim Jungen).

Samt der geschlechtlichen Distinktion geschieht zumeist ein  jäh eintretender Entfaltungsschub. Die Fortentwicklung von Jungen und Mädchen realisiert sich vom vom In-Kraft-Treten des Jugendalters an unterschiedlich.

Im physischen Bereich liegt der Fokus bei den Jungen in der Dynamik der Muskulatur und der Grobmotorik, bei den Mädchen in der Fettpolsterung (runde Physis) und der Feinbeweglichkeit, und die Längen entfaltung beginnt bei den Mädchen früher wie bei den Jungen.

Seit Mitte des vorherigen Jahrhunderts verläuft die Evolution der Kinder (keineswegs erst zum In-Kraft-Treten der Adoleszenz, da allerdings am merklichsten wahrnehmbar) beschleunigt ab, sog. Beschleunigungsphänomen: Die Kinder werden unentwegt größer und deren Adoleszenz hebt früher an.

Der Grad der Akzeleration steht in einem dichten Zusammenhang mit der Kolonisierungsgestalt (Stadtkinder entfalten sich merklich zügiger als Nachwuchs in ruralen Verhältnissen); weniger entscheidend als früher ist dieser Tage die soziale Gesellschaftsschichtangliederung.

Die Veranlassungenn der Akzeleration dürften mannigfaltig sein, Vordergrund stehen: Stärkere Aktivierung des Komplettorganismus hinsichtlich erhöhter Reizzufuhr in der modernen Industriegesellschaft (Metropolen mit vielschichtigen Impressionsmöglichkeiten, Massenmedien usw.) sowie gesundheitssubsidiäre Änderungen (bessere Ernährung, bessere Hygiene et cetera).

Die Akzeleration ist in erster Linie ein körperliches Phänomen — Intelligenz und Persönlichkeit entfalten sich nicht in derselben akzelerierten Art. Die alleinige Ausnahme ist die akzelerierte Sprachevolution bei Mädchen der Mittel- und Oberklasse zum Ende der Vorpubertät (eine Erscheinung der femininen Kulturpubertät).