Sat05262018

Last updateWed, 10 Feb 2016 12am

Aufmerksamkeit und aktive Betrachtung von Kleinkindern

Die Rezeption ist zu Anfang alles einschließend und fixiert sich zunächst alleinig an die Intensität, nicht an die Qualität der Umweltreize. In der Responsionszeitspanne zeigt erstes Kontrollieren, wobei dem menschlichen Gesicht besondere Hinsicht geschenkt wird (die Augen haben Signalfunktion).

Das Präferieren sozialorientierter Anreize scheint vererbt und mag in einer direkten Wechselbeziehung zur Interdependenz des Kindes von seiner zwischenmenschlichen Umwelt stehen. Darüber hinaus werden schwierige Gebilde einfachen gegenüber favorisiert. Die Anregung der weiteren Fortentwicklung zufolge einer vielgestaltigen Umgebung ist wohl eine wichtige in praxi Schlussfolgerung aus diesen Observationen.

Erste Erinnerungs- und Lernleistungsabgaben treten in Abhängigkeit mit der Nahrungsaufnahme auf (Optimierung des Saugreflexes und Antworten auf Vorandeutung. Zudem konstatieren sie sich im Nachblicken und Wiederkennen, in Erstaunen und Erahnen sowie in den Fremdartigkeitseindrücken.

Die Denkfähigkeit entwickelt sich in dieser Periode bislang nicht, nichtsdestotrotz werden erste sensomotorische Erfahrungen, auf denen die Intelligenzentwicklung dann etablieren wird, gemacht (anschauen, halten, berühren, greifen).

Im emotionalen und sozialen Areal reagiert das Kind mit Schmunzeln auf den Menschen ganz generell, zuerst auf das menschliche Gesicht und die Augen, hernach nicht zuletzt auf die menschliche Stimmlage. Obendrein ahmt es den Angesichtsausdruck unwillkürlich nach. Es handelt sich in diesem Zusammenhang um ein genuines Instinktverhalten.

Die Evolution der Sprache hat prägnante Vorstufen: das Brabbeln und die Geräuschäußerungen. Das Lallen ist ein Funktionsspiel, die Lautäußerungen erweisen die charakteristische menschliche Tendenz, durch 'Sprechen' auf Sprache zu entgegnen. Auf solcher Stufe der Sprachentfaltung ist das Kind aber auf Kundgabe und Auslösung von Verhaltensweisen der Umwelt begrenzt.


Die Phase der aktiven Aufmerksamkeit zur Umgebung (innert 7. und 11. Monat) ist gekennzeichnet mittels einer größeren motorischen Beweglichkeit, welche nun ferner eine aktive Betrachtung zum Erwachsenen und eine aktive Inbesitznahme von Dingen ermöglicht.