Wed12192018

Last updateWed, 10 Feb 2016 12am

Soziales Erlernen von Kleinkindern

Mit 5 Jahren können Kinder ihre Wirksamkeit generell relativ wirklichkeitsnah werten, wenn auch die Leistungsbereitschaft von Person zu Person besonders verschieden ist. Leistungsbereitschaft ist gekoppelt mit der Lebensfreude des Kindes ebenso wie vom erzieherischen Stil der Erziehungsberechtigten.

Ermutigung, Bildung zur Selbständigkeit und Lob für gute Leistungen begünstigen positive Leistungsanregung wie noch hohes Aspirationsniveau. Andererseits wird letztere vermittels Einschränkung der Autarkie und Kritik reduziert.

Ein wesentlicher Schritt im Einordnungsprozess ist die Gewissensausbildung. Sie erfolgt vermöge Zu Eigen machen von Normen und Werten vermittels der Identifizierung mit Personen, zu denen eine positive emotionale Beziehung besteht. Bei dem Kleinkind sind dies die Erziehungsberechtigten. Die Stimme der Eltern gestaltet zur Stimme des Gewissens. Obwohl das menschliche Gewissen als Anlage vorhanden ist, mag es sich freilich alleinig mittels Lernprozesse formen.

Von der erzieherischen Gewandtheit der Eltern hängt es ab, wie gut Regenl und Werte inkorporiert werden und in wie weit dadurch die persönliche Weiterentwicklung beeinträchtigt wird. Liegt die Pointierung des Führungsstils auf Meriten, verläuft der Sozialisationsverlauf in der Regel günstig, mit dem Resultat deutlicher Gewissensbildung und stabiler Umweltorientierung.

Liegt im Gegensatz dazu die Hervorhebung auf Bestrafung und Strenge, formen sich psychologische Spannungen: Die Interaktion mit dem Erzieher wird undurchsichtig, das soziale Erlernen besteht mehrheitlich aus einem Vermeidungsverhalten. Negative Folgeerscheinungen für die Gewissensausbildung haben ebenso Inkonsequenz, Deprivation oder die Abwesenheit von gefühlsmäßiger Bindung an eine Beziehungsperson, den ganzen Eingliederungsprozess wie auch die weitere Persönlichkeitsentwicklung.

Der Erziehungsstil ist schichtbedingt. Im Mittelstand ist ein freisinniger, in der Unterschicht ein strenger Erziehungsstil gängig. Als liberal gilt ein Erziehungsstil, sowie das Kind vermittels Begründungen und Erklärungen indirekt beeinflusst wird. Strikt ist, wenn 'direkte' Methoden angewendet werden wie beispielsweise Brüllen, körperliche Strafmaßnahmen.

Der liberale Erziehungsstil gestattet eine Identifizierung mit der Bezugsperson und gestattet eine gute Normenverinnerlichung, der strikt führt zur Rückweisung, wenigstens zur Auflehnung gegen die Bezugsperson und im Zuge dessen zu Unsicherheit in der Normeninteriorisation und dadurch zusätzlich in der Umweltorientierung.