Wed10172018

Last updateWed, 10 Feb 2016 12am

Sprachliche Entwicklung beim Schuleintritt

Letztendlich sind jeglicher Realisierungsfortschritte während des Vorschulalters bedeutend für das Lernen in der Bildungsanstalt. Einige besondere Fähigkeiten haben

aber für das Lernen der Kulturtechniken eine hauptsächliche Geltung:

1. Richtungsgerechtes Wahrnehmen abstrakter Zeichen. Selbige Kompetenz ist im Zuge des Lesenlernens von äußerster Wichtigkeit und konzipiert sich erst mit sechs bis sieben Jahren.

2. Phonetische Durchgliederungsfähigkeit wie noch dazu teilinhaltliches Erkennen von akustischen Gestalten. Sie ist gleichfalls für das Lesenlernen von beachtenswerter Bedeutsamkeit, vor allem für die Wahl der Lesemethode. Synthetisches Lesen existiert im Zusammenbau einzelner Geräusche zum Wortganzen und bedingt, daß einzelne Töne aus dem Wort gefiltert und verortet werden mögen. So gut wie alle Sechsjährigen sind zur akustischen Durchgliederung und auf diese Weise zum synthetischen Lesen qualifiziert, genauso 60 bis 70% der 5-jährigen. Nicht zuletzt an dieser Stelle handelt es sich um eine Begabung, welche sich relativ spät, sprich: erst kurz vor Beginn der Schulzeit formt.

3. Status der Sprachentwicklung. Die Lexik des Schulanfängers enthält gegen 2500 Wörter. Es wird in unkomplizierten, vielmals unvollständigen Hauptsätzen gesprochen, wobei die Verbindung 'und dann' bezeichnend ist. Der Wortschatz ist arm an Verben wie noch an Eigenschaftswörtern, das Adverb ersetzt teilweise die Eigenschaftswörter. Der Schuldebütant hat ein immenses Redebedürfnis, seine Intonation ist begebenheits- wie auch erfahrungsabhängig. Hauptsächlich spricht er im Tempus der Gegenwart. Im 7. Jahr beginnt die erste Objektivierung der verbalen Kommunikation. Sukzessiv mag mit der Sprache 'gearbeitet' werden.

Die Sprache von Schulneulingen zeigt augenfällig schichtspezifische Unterschiede, in erster Linie im Hinblick auf Sprachgut. Der aktive ebenso wie im Besonderen das passive Vokabular ist unter Unterschichtkindern deutlich geringer als bei Mittel- sowie Oberschichtkindern. Zudem haben die Mittel- wie noch Oberschichtkinder angesichts ihrer größeren Sprechsicherheit, die Tendenz, das Schülergespräch zu dominieren. Der geringere sprachliche Entwicklungsstand von Unterschichtkindern ist besonders verantwortlich im Kontext der späteren schulischen Inferiorität dieser Kinder.