Mon04232018

Last updateWed, 10 Feb 2016 12am

Merkmale - Entfaltung des Menschen im ersten Lebensjahr

Das erste Lebensjahr ist von herausragender Maßgeblichkeit für die Entfaltung des Menschen. Weiterentwicklung beginnt aber keinesfalls erst nach der Niederkunft, statt dessen schon vorher. Über die vorgeburtliche (pränatale) Weiterentwicklung wissen wir, daß diese mit einer überaus großen Schnelligkeit abläuft:

Schon der Embryo besitzt jegliche inneren Organe, und am 43. Tag ist die Struktur des Gehirns bereits total ausgebildet.

Zu Beginn der Fötalzeit bilden sich schon auch separat-genetische Merkmale heraus.

Kennzeichnend für den Menschen ist, daß er — im Unterschied zu allen höheren Säugern — inkomplett und unvollendet zur Welt kommt. Die ihm eigenen Arteigenheiten erwirbt er erst im Laufe des ersten Altersjahres, welches man demnach als extra-uterines Frühjahr benennt.

In dieser Dauer ist das Kind in höchstem Grad dependent von seiner Umwelt, ohne Pflege wäre es nicht lebensfähig. Die Weiterentwicklungsdynamik des ersten Altersjahres ist ähnlich stürmisch wie in der pränatalen Periode und hat mit zu dem Bezeichner des extra-uterinen Frühjahres beigetragen.

Die Geburt ist wohl ein von außen gesehen einschneidendes Vorkommnis, in Wirklichkeit aber lebt der der Säugling - wenn auch external des Mutterleibes — während einiger Zeitspanne in ähnlicher Weise weiter wie im Vorfeld der Geburt. Das gilt vorrangig für die ersten 8 Lebenswochen, die nachgeburtliche (postembryonale) Dauer.

Sie ist charakterisiert durch langwährend Schlaf- und kurze Wachzeiten (eine Art Fortsetzung des embryonalen Lebens), unkontrollierte Unruhebewegungen (Zappeln), Schreien und Nahrungsaufnahme. Erst im zweiten Lebenshalbjahr nehmen die Wachzeiten und damit ebenfalls die ungeplanten Betriebsamkeiten zu.

Die reaktive Zeitspanne (vom 3. bis Schluss des 6. Monats) ist charakterisiert durch detaillierte Reaktionen auf Umweltstimuli: nachblicken, hinhören, beobachten, experimentieren, greifen, schmunzeln und babbeln.